Advent in Seppa

Auf einer Adventfeier habe ich einen Kurzbericht über die Adventbräuche in Seppa gegeben, den ich hier mitteilen möchte. In der Gemeinde arbeitet neben anderen der Steyler Missionar P. Valentine Dung Dung.

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Kinder mit einem Stern.

Seppa ist eine Kleinstadt in Nordost-Indien im Bundesstaat Arunachal Pradesh, der zwischen dem Bundessstaat Assam und China liegt. Während Seppa per Auto zu erreichen ist, führen zu den umliegenden Dörfern nur Fußwege. Seppa gehört zum Bistum Itanagar, das erst 2005 errichtet wurde. Die älteste Pfarrgemeinde des Bistums wurde 1977, die Gemeinde in Seppa wurde 1997 gegründet. Obwohl sie noch sehr jung ist, hat sie schon ihre Art gefunden, die Adventzeit zu gestalten.

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Der Stern schwebt an einer langen Stange über dem Dach.

Vor dem 1. Dezember bringen alle ihre Adventdekoration in die Kirche, damit sie gesegnet wird. Ab dem 1. Dezember ist dann auf jedem Dach eines von Christen bewohnten Hauses ein Stern zu sehen. Jeden Tag kommen Menschen zum gemeinsamen Singen zusammen. Dazu legen sie ihre jeweiligen Stammestrachten an. Jede Familie bringt kleine Geschenke oder etwas Geld mit – „for the child Jesus“.

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Das Essen bereiten alle gemeinsam zu. Die einen den Reis …
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… die anderen das Fleisch.

Zum Ende der Adventzeit kommen alle zu einer großen Feier zusammen. An diesem Tag werden zwei bis drei Mithun geschlachtet (Rinderrasse, die es nur dort gibt). Das Essen wird gemeinsam vorbereitet: die einen schlachten, die anderen suchen im Wald Holz und Blätter, auf denen das Fleisch serviert wird. Es ist also ein großes, gemeinsames Fest, an dem alle beteiligt sind und teilnehmen.

 

 

Ich trage deinen Namen in der Heiligen Nacht nach Bethlehem

Für alle die die Aktion noch nicht kennen: Auch in diesem Jahr tragen die Mönche der Dormitio Abtei in Jerusalem eine Schriftrolle mit Namen in der Heiligen Nacht in die Geburtskirche in Bethlehem. Jede/r kann ihnen eine Liste mit den Namen deren, die ihm/ihr am Herzen liegen, senden. Weiteres dazu ist auf der Website der Abtei nachzulesen.

Aus eigener Erfahrung weiß ich: Es ist ein schönes Geschenk, wenn unter dem Weihnachtsbaum ein Zettel liegt, der darüber Auskunft gibt, das der Name auf der Schriftrolle ist.

Am Anfang war das Wort

Heute Morgen war in meinem Adventkalender von Andere Zeiten ein Auszug aus Goethes Faust zu lesen:

Geschrieben steht: „Im Anfang war das Wort!“
Hier stock ich schon! Wer hilft mir weiter fort?
Ich kann das Wort so hoch unmöglich schätzen,
Ich muß es anders übersetzen,
Wenn ich vom Geiste recht erleuchtet bin.
Geschrieben steht: Im Anfang war der Sinn.
Bedenke wohl die erste Zeile,
Daß deine Feder sich nicht übereile!
Ist es der Sinn, der alles wirkt und schafft?
Es sollte stehn: Im Anfang war die Kraft!
Doch, auch indem ich dieses niederschreibe,
Schon warnt mich was, daß ich dabei nicht bleibe.
Mir hilft der Geist! Auf einmal seh ich Rat
Und schreibe getrost: Im Anfang war die Tat!

Nicht nur, aber auch für alle Steyler sicher ein Text, der zum Nachdenken anregt.