Welttag der Armen – Armut hat viele Gesichter: Obdachlosigkeit

Im Jugendhaus Düssseldorf fand am 15. November 2018 eine Wort-Gottes-Feier zum Welttag der Armen statt, der auch Teil der internationalen Gebetsbrücke war. Da in direkter Nachbarschaft am gleichen Tag franzfreunde eine Notschalfstelle für obdachlose Männer und Frauen eröffneten, stand Obdachlosigkeit im Mittelpunkt des Gottesdienstes. Hier der Impuls aus dem Gottesdienst.

Foto: Jugendhaus Düsseldorf

Ein Schlafsack, ein Beutel mit Habseligkeiten, ein Pappbecher – das ist uns von der Straße her bekannt. Manchmal geben wir etwas Geld in den Becher, manchmal schauen wir aber auch weg, denn die Armut auf der Straße ist kein schöner Anblick und – manchmal stinkt sie auch. Dann sehen wir den Menschen nicht mehr, nehmen ihn nicht wahr und eilen weiter.

Ein Schlafsack, ein Beutel mit Habseligkeiten, ein Pappbecher – und hier auch dabei das Kind in der Krippe. Gott ist Mensch geworden – verletzlich und schutzbedürftig, sichtbar als Kind. Gott wurde Mensch, weil er den Menschen liebt. Er erfuhr am eigenen Leib, was es heißt, ein Mensch zu sein: fröhlich und traurig, hungrig und satt, gesund und krank, umgeben von Freunden und einsam.

Weil Gott Mensch wurde, weil der Mensch ihm so wichtig ist, so wertvoll, kann ich an diesen Menschen nicht einfach achtlos vorbeigehen, auch wenn es manchmal schwerfällt. Wir beide sind von ihm geliebt und das verbindet uns, auch wenn wir sonst wenig oder sogar nichts gemeinsam haben.

Ein Schlafsack, ein Beutel mit Habseligkeiten, ein Pappbecher – und ein Kind aus der Krippe, das uns manchmal auch mit trüben Alkoholaugen aus einem Schmutz starrenden Gesicht anschaut.
Maria Wego

 

 

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