Montagsimpuls – Ob Herr Gellert schon im Gefängnis war?

Kürzlich wurde in den Medien darüber berichtet, dass Schlafen auf der Straße in Ungarn seit diesem Herbst eine Straftat ist. Wer kein Dach über dem Kopf und keinen Platz in einer der wenigen Notschlafstellen bekommen hat, der kann nun von der Polizei verhaftet und dem Richter vorgeführt werden. Ich habe mich nicht nur gefragt, welchen Blick auf den Menschen die Verantwortlichen im Parlament haben, sondern ich habe auch direkt an Herrn Gellert gedacht.
Nun, er heißt nicht Gellert. Ich kenne seinen Namen nicht. Aber er saß in diesem Sommer, als ich Budapest besuchte, mit seinem Kumpel am Fuße des Gellertberges und bettelte. Deshalb nenne ich ihn also Herrn Gellert.
Mein Mann und ich haben ihn und seinen Kumpel in der Hitze sitzen sehen und ihnen einige Forint gegeben. Herr Gellert freute sich sichtlich und fragte meinen Mann, woher er komme. Als er hörte, dass er aus Griechenland sei, lächelte er und antwortete fröhlich „Kalimera!“.
Ich wünsche Herrn Gellert – und allen anderen – von Herzen, dass er einen Platz gefunden hat, der ihn vor dem Gefängnis bewahrt!

Übrigens: Am Sonntag, 18. November, ist der Welttag der Armen, und Menschen wie Herrn Gellert, die sich über ein paar Münzen freuen, gibt es auch in vielen anderen Städten.

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