Adventbriefe an D.

Liebe D.,
der Advent ist mittlerweile schon weit fortgeschritten und in einer Woche ist schon Heiligabend. Vielleicht hast Du damit gerechnet, früher von mir wieder einige Zeilen zu bekommen – zu Barbara, Nikolaus oder Lucia vielleicht. Ich hatte darüber nachgedacht, aber das Brauchtum rund um Barbarazweige, Nikolausstiefel und Lichterkrone ist bekannt und an den Festtagen der Heiligen immer auch Thema in den Medien, so dass es mir nicht sinnvoll erschien, darüber zu schreiben. Deshalb habe ich bis heute gewartet, denn heute beginnt der „Hohe Advent“. „Adventbriefe an D.“ weiterlesen

Adventbriefe an D.

Liebe D.,
nun ist er also da: Der 1. Advent. Ich höre schon Deinen Einspruch: Heute ist doch Samstag! Ja, Du hast recht, aber der Sonntag beginnt schon am Samstagabend um 18 Uhr. Deshalb läuten jeden Samstagabend um 18 Uhr die Glocken; sie läuten den Sonntag ein. Und deshalb zünden wir zu Hause im Advent immer um 18 Uhr die Kerzen am Adventkranz an. Dazu halten wir ein Lucernarium, eine kleine Lichtfeier. Das Lucernarium wird in der Kirche von alters her ganzjährig gefeiert, aber wir feiern es nur im Advent. Es ist nicht nur eine liebgewordene Tradition. Es ist ein bewusstes Innehalten, alles einmal für einen Augenblick ruhen lassen – auch der Fernseher, über den sonst immer die Sportschau flimmert, wird dann ausgeschaltet. Und gleich werde ich meinen Adventkalender zur Hand nehmen und den ersten Text lesen. Ich höre jetzt wieder Deinen Einspruch: Adventkalender beginnen doch am 1. Dezember. Ja, die meisten schon, aber meiner nicht. Doch davon berichte ich später.
Ich wünsche Dir einen gesegneten 1. Advent!
Deine M.


 

Montagsimpuls – Erste Adventwoche

Im Advent klingt ein Satz aus dem Lobgesang des Zacharias immer ganz besonders in mir nach:
„Durch die barmherzige Liebe unseres Gottes wird uns besuchen das aufstrahlende Licht aus der Höhe“.
Welche Zuversicht und welche tiefe Beziehung spricht aus diesen Zeilen! Nur wer etwas von der Liebe Gottes verspürt hat, wird das sagen und dann fortfahren können:
„um allen zu leuchten, die in Finsternis sitzen und im Schatten des Todes, und unsre Schritte zu lenken auf den Weg des Friedens.“
Es sind nur zwei Zeilen eines Gebetes, das die Kirche jeden Morgen betet. Besonders zu
Beginn der Adventzeit lohnt es, über sie nachzudenken, darüber ob ich die barmherzige Liebe Gottes verspüre und ob ich meine Schritte auf dem Weg des Friedens lenken lasse.

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Montagsimpuls – Zwischen den Jahren

„Zwischen den Jahren“ so wird die Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr genannt. Aber irgndwie fühlt sich die Zeit zwischen dem Christkönigfest, also dem letzten Sonntag des Kirchenjahres, und dem 1. Advent für mich ebenso an. „Zwischen den Jahren“ lässt man alles etwas ruhiger angehen und nimmt sich Zeit zum Nachdenken. Es ist einen Versuch wert, nun diese Tage zwischen dem letzten Sonntag des Kirchenjahres und dem 1. Sonntag des Advent auch so zu verbringen – ruhig und mit Zeit zum Innehalten.

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Montagsimpuls – Lohnenswert: Die sieben O-Antiphonen

Vom 17. bis 23. Dezember wird in den sogenannten O-Antiphonen die Geburt Jesu betrachtet. Sie bilden den Ruf zum Halleluja in der Messfeier und zum Magnifikat im Abendlob. Die Bezeichnung stammt von dem Beginn eines jeden Rufes: O Weisheit, O Adonai, O Spross aus Isais Wurzel,O Schlüssel Davids, O Morgenstern, O König aller Völker und O Immanuel.
Jeder einzelne dieser Rufe mit Bildern aus dem Alten Testament ist der Betrachtung wert. Vielleicht ist in den kommenden Tagen Zeit, die Rufe in Ruhe zu lesen und zu betrachten.

17. Dezember
O Weisheit,
hervorgegangen aus dem Munde des Höchsten –
die Welt umspannst du von einem Ende zum andern,
in Kraft und Milde ordnest du alles:
o komm und
offenbare uns den Weg der Weisheit und der Einsicht!

Antiphon hören

18. Dezember
O Adonai,
Herr und Führer des Hauses Israel –
im flammenden Dornbusch bist du dem Mose erschienen und hast ihm auf dem Berg das Gesetz gegeben:
o komm und
befreie uns mit deinem starken Arm!

Antiphon hören

19. Dezember
O Spross aus Isais Wurzel,
gesetzt zum Zeichen für die Völker –

vor dir verstummen die Herrscher der Erde,
dich flehen an die Völker:
o komm und errette uns,
erheben dich, säume nicht länger!

Antiphon hören

20. Dezember
O Schlüssel Davids,
Zepter des Hauses Israel –

du öffnest, und niemand kann schließen,
du schließt, und keine Macht vermag zu öffnen:
o komm und
öffne den Kerker der Finsternis und
die Fessel des Todes!

Antiphon hören

21. Dezember
O Morgenstern,
Glanz des unversehrten Lichtes,

der Gerechtigkeit strahlende Sonne:
o komm und
erleuchte, die da sitzen in Finsternis und
im Schatten des Todes!

Antiphon hören

22. Dezember
O König aller Völker,
ihre Erwartung und Sehnsucht;

Schusstein, der den Bau zusammenhält:
o komm und
errette den Menschen,
den du aus Erde gebildet hast!

Antiphon hören

23. Dezember
O Immanuel,
unser König und Lehrer,

du Hoffnung und Heiland der Völker:
o komm,
eile und schaffe uns Hilfe,
du unser Herr und unser Gott!

Antiphon hören

 

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Advent in Seppa

Auf einer Adventfeier habe ich einen Kurzbericht über die Adventbräuche in Seppa gegeben, den ich hier mitteilen möchte. In der Gemeinde arbeitet neben anderen der Steyler Missionar P. Valentine Dung Dung.

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Kinder mit einem Stern.

Seppa ist eine Kleinstadt in Nordost-Indien im Bundesstaat Arunachal Pradesh, der zwischen dem Bundessstaat Assam und China liegt. Während Seppa per Auto zu erreichen ist, führen zu den umliegenden Dörfern nur Fußwege. Seppa gehört zum Bistum Itanagar, das erst 2005 errichtet wurde. Die älteste Pfarrgemeinde des Bistums wurde 1977, die Gemeinde in Seppa wurde 1997 gegründet. Obwohl sie noch sehr jung ist, hat sie schon ihre Art gefunden, die Adventzeit zu gestalten.

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Der Stern schwebt an einer langen Stange über dem Dach.

Vor dem 1. Dezember bringen alle ihre Adventdekoration in die Kirche, damit sie gesegnet wird. Ab dem 1. Dezember ist dann auf jedem Dach eines von Christen bewohnten Hauses ein Stern zu sehen. Jeden Tag kommen Menschen zum gemeinsamen Singen zusammen. Dazu legen sie ihre jeweiligen Stammestrachten an. Jede Familie bringt kleine Geschenke oder etwas Geld mit – „for the child Jesus“.

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Das Essen bereiten alle gemeinsam zu. Die einen den Reis …
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… die anderen das Fleisch.

Zum Ende der Adventzeit kommen alle zu einer großen Feier zusammen. An diesem Tag werden zwei bis drei Mithun geschlachtet (Rinderrasse, die es nur dort gibt). Das Essen wird gemeinsam vorbereitet: die einen schlachten, die anderen suchen im Wald Holz und Blätter, auf denen das Fleisch serviert wird. Es ist also ein großes, gemeinsames Fest, an dem alle beteiligt sind und teilnehmen.