Am Festtag des Hl. Stephanus

Angesichts von Hass und Gewalt nicht nur im großen Weltgeschehen, sondern auch im alltäglichen Erleben, habe ich vor einigen Monaten den Text über das Martyrium des Hl. Stephanus noch einmal gelesen. Dabei ist mir bewusst geworden, dass ich Saulus/Paulus und Hananias ebenso betrachten sollte:
– Stephanus, der gesteinigt wird und dennoch für seine Peiniger betet.
– Saulus/Paulus, der sich einen neuen Weg führen lässt.
– Hananias, der trotz Angst und Bedenken Gottes Auftrag erfüllt und zu Saulus/Paulus geht.
Einmal in der Woche – ich habe den Mittwoch gewählt – spreche ich ein Bittgebet, mit dem ich für mich und alle Menschen um die Gabe des Stephanus, die Gabe des Saulus/Paulus und die Gabe des Hananias bitte. Ich glaube, dass uns allen die jeweilige Gabe zur rechten Zeit gegeben wird und hoffe inständig, dass wir sie dann annehmen werden.

Advent in Seppa

Auf einer Adventfeier habe ich einen Kurzbericht über die Adventbräuche in Seppa gegeben, den ich hier mitteilen möchte. In der Gemeinde arbeitet neben anderen der Steyler Missionar P. Valentine Dung Dung.

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Kinder mit einem Stern.

Seppa ist eine Kleinstadt in Nordost-Indien im Bundesstaat Arunachal Pradesh, der zwischen dem Bundessstaat Assam und China liegt. Während Seppa per Auto zu erreichen ist, führen zu den umliegenden Dörfern nur Fußwege. Seppa gehört zum Bistum Itanagar, das erst 2005 errichtet wurde. Die älteste Pfarrgemeinde des Bistums wurde 1977, die Gemeinde in Seppa wurde 1997 gegründet. Obwohl sie noch sehr jung ist, hat sie schon ihre Art gefunden, die Adventzeit zu gestalten.

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Der Stern schwebt an einer langen Stange über dem Dach.

Vor dem 1. Dezember bringen alle ihre Adventdekoration in die Kirche, damit sie gesegnet wird. Ab dem 1. Dezember ist dann auf jedem Dach eines von Christen bewohnten Hauses ein Stern zu sehen. Jeden Tag kommen Menschen zum gemeinsamen Singen zusammen. Dazu legen sie ihre jeweiligen Stammestrachten an. Jede Familie bringt kleine Geschenke oder etwas Geld mit – „for the child Jesus“.

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Das Essen bereiten alle gemeinsam zu. Die einen den Reis …
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… die anderen das Fleisch.

Zum Ende der Adventzeit kommen alle zu einer großen Feier zusammen. An diesem Tag werden zwei bis drei Mithun geschlachtet (Rinderrasse, die es nur dort gibt). Das Essen wird gemeinsam vorbereitet: die einen schlachten, die anderen suchen im Wald Holz und Blätter, auf denen das Fleisch serviert wird. Es ist also ein großes, gemeinsames Fest, an dem alle beteiligt sind und teilnehmen.