100 dagen in die kloosterkelders van Steyl

kelderAm 21. November 1944 begann für die Bevölkerung in Steyl eine besondere Zeit des Leidens. 100 Tage verbrachten viele in den Klosterkellern von Steyl, litten unter Beschuss, Verfolgung durch die deutschen Besatzer, Hunger und Kälte.

Tagebuchaufzeichnungen aus diesen 100 Tagen wurden von Maurice Ambaum zusammengetragen und 2015 als Buch publiziert. Im Vorwort heißt es dazu: „Was das Kellerleben so einzigartig macht ist, dass die Klostergemeinschaften Deutsche sind. Mit anderen Worten: Einwohner von Steyl verstecken sich vor der Kriegsgewalt der Deutschen Besatzer bei deutschen Kongregationen in den besetzten Niederlanden. Die deutschen und niederländischen Schwester und Brüder der Konregationen sorgen so gut wie möglich für die Untergetauchten aus Steyl und retten vielen das Leben.“ [Übersetzung aus dem Niederländischen]

Ein tief berührendes und nachdenklich stimmendes Buch, das viele Impulse gibt und hoffentlich eines Tages auch in anderen Sprachen vorliegen wird, um von Steylern weltweit gelesen werden zu können.

Siehe auch Webshop Uitgevereij Bronsgreun

Kein Martinsabend ohne

Heute ist Martinsabend, und auch wenn die Zeiten, in denen ich mit der Laterne losgezogen bin, lange vorbei sind, so ist Martinsabend für mich immer noch ein fester Feiertag im Jahreszyklus der Familie. Ein Martinsabend ohne „Küchelchen“ – wie in meiner Familie die traditionellen niederrheinschen „Hefepüfferkes“ genannt werden – ist für mich unvorstellbar. Dazu gehört auch, dass es dieses Gebäck nur am Martinsabend gibt, also nur an einem von 365 Abenden des Jahres, und so bleibt diese in der Pfanne ausgebackene Süßigkeit immer etwas ganz besonderes.

Euch allen einen schönen Martinsabend!

Zu Allerseelen

Als ich gestern Abend an den heutigen Allerseelen-Tag dachte, fiel mir mein Besuch des Vysehrad Friedhofs in Prag vor 15 Jahren ein. So habe ich eines der Fotos wieder hervorgeholt, das ich dort gemacht habe.

My beautiful picture

Immer wenn ich es sehe, muss ich daran denken, wie ich damals neugierig und skeptisch zugleich dorthin gegangen bin. In einem Reiseführer hatte ich nicht nur von den Gräbern verschiedener Persönlichkeiten gelesen, sondern dort wurde auch die Atmosphäre des Friedhofs als „heiter-gelassen“ beschrieben. Das vorzufinden, kam mir trotz wunderbaren Sommerwetters ziemlich unwahrscheinlich vor. Aber genau so war es. Lange habe ich nach anderen Worten gesucht und versucht zu beschreiben, wie es ist, über diesen Friedhof zu gehen und die teilweise künstlerisch beeindruckenden Grabmäler zu betrachten. Letztlich gab ich mich damit zufrieden, den Reiseführer zu zitieren: heiter-gelassen.

Wer nicht bis Dezember warten will …

In der Stadt Gottes-Ausgabe vom November 2016 wird auf einen Artikel über Bruder Roland Scheid SVD hingewiesen, der in der Dezember-Ausgabe erscheinen wird. Wer nicht so lange auf einen Artikel über ihn warten will, findet auf „Glaube aktuell“ bereits den  Bericht „Malen für die Mission“.

Eine Kokosnuss im weiten Meer

kokusnussSo hat der Steyler Missionar Devis Don Wadin sein Buch betitelt. Es sind teilweise sehr persönliche Gedanken, die er als Indonesier und Priester den Leserinnen und Lesern über sein Leben in Deutschland mitteilt. Nach der Lektüre habe ich mir vorgenommen, das Buch immer mal wieder zur Hand zu nehmen. Es lohnt sich.
Ich hoffe, dass ich Pater Devis irgendwann einmal treffe.

Für alle die nun neugierig geworden sind und in ihre Buchhandlung gehen möchten, hier die ISBN: 978-3-8050-0628-6.

Samstagsmorgens

Die Frühmesse am Samstagmorgen bei den Franziskaner in Düsseldorf ist mir lieb geworden. Auf dem Weg dorthin versuche ich meist, ruhig zu werden und die Aufgaben der vergangenen Woche hinter mir zu lassen und nicht an die zu denken, die auf mich warten. So achte ich darauf, was am und auf dem Weg ist. Da ist zum Beispiel der Schmuckladen, dessen gesamte Auslage immer aus dem Schaufenster genommen wird, so dass nur noch die zahlreichen Halterungen zu sehen sind. Ich denke oft: „Was für eine Fleißarbeit.“ Dann sind da die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Supermärkte und Bäckereien, die alles für die ersten Kunden vorbereiten, die ab 7.00 Uhr kommen. In einem Geschäftseingang schläft ein Obdachloser, der immer ganz in schwarz gekleidet ist und der auch seine ganze Habe in schwarzen Säcken mit sich führt. Den „Bücherwurm“, ebenfalls ein Obdachloser, habe ich schon länger nicht mehr gesehen. Er war Liebhaber von Science Fiction- und Fantasy-Romanen und vertrieb sich mit Lesen die Zeit. Neben Euro nahm er auch gern mal ein Buch an. Ich hoffe, es geht ihm gut. Dann ist da der Laden mit besonderen Laufschuhen, wo manchmal Kunden schon um diese Zeit anstehen, wenn besondere Exemplare geliefert werden. Ich kenne mich damit überhaupt nicht aus, und war daher schon sehr überrascht als eines morgens sogar eine große Traube Menschen dort versammelt war, die offenbar vor dem Laden die Nacht verbracht hatte. Was der Mensch nicht alles tut, wenn es ihm wichtig ist. Einige indische Schwestern, die ebenfalls auf dem Weg zur Frühmesse sind, stimmen mich aber immer ganz besonders auf die Messe ein. Ich überhole sie meist, da ich schneller gehe als sie, und während ich das tue höre ich sie leise beten. Bin ich mal zu früh oder zu spät dran, so dass ich sie nicht auf der Straße antreffe, fehlt mir was.

Der barmherzige Samariter

Im August war in der Festwoche des Hl. Rochus unsere alte Pfarrkirche jeden Tag einige Stunden geöffnet. Anlass war eine Ausstellung zu Gründung Pfarrei vor 125 Jahren. Meine Schwester und ich haben als spirituellen Impuls jeden Tag unter eine Seligpreisung gestellt. Am Festtag des Hl Rochus, 16. August, haben wir uns passend zum Leben des Heiligen für „Selig, sind die Barmherzigen“ entschieden. Da heute das Evangelium vom barmherzigen Samariter gelesen wird, hier unsere Gedanken dazu, die wir für die Impulsandacht im August niedergeschrieben hatten.

Auf die Frage: „Wer möchtest Du sein: der Priester, der Levit oder der Samariter?“ fällt uns die Antwort sicher leicht: der Samariter. Das Richtige tun, der Gute sein – das möchten wir gern. Auf die Frage „Wem bist Du ähnlich: dem Priester, dem Levit oder dem Samariter?“ fällt die Antwort schon anders aus. Die ehrlichste Antwort ist wohl: Ich bin alle drei. Warum wir wie der Samariter handeln, also uns selbstlos eines anderen Menschen annehmen, der Hilfe benötigt, ist leicht zu erklären. Das gebietet der christliche Glaube oder für die, die nicht gläubig sind, ist es eine Frage der Menschlichkeit. Aber die Frage, warum wir manchmal auch wie der Priester und der Levit handeln, ist schwieriger zu beantworten. Schnell liegen zwar ein paar Sätze parat: Ich habe keine Zeit. – Ich habe eine andere Verpflichtung. – Andere können besser helfen, weil sie dafür ausgebildet sind. – und so weiter. Aber was wäre eine ehrliche Antwort? Vielleicht: Ich habe Angst. – Ich fühle mich überfordert. – Ich kann den Anblick nicht ertragen. – Ich ekle mich.
Der junge Mann aus Montpellier in Frankreich mit Namen Rochus traf auf seiner Pilgerreise nach Rom auf Pestkranke. Er nahm sich ihrer an und setzte sich damit der Gefahr der Erkrankung aus. Als er auf seiner Rückreise schließlich selbst an der Pest litt, war kein Mensch da, der ihn pflegte, doch die Legende berichtet, dass ein Hund sich um ihn gekümmert und ihm Brot gebracht habe.