Gott und die Welt – Die alte Namenstagstasse und ihre Geschichte

Zu Beginn des vorigen Jahrhunderts waren Erinnerungstassen groß in Mode. Es gab sie zum Namenstag, zur Ersten Heiligen Kommunion, … zu praktisch allen Anlässen im Leben.
Die Tasse auf der Karte ist von meinem Großvater und er bekam sie 1919 von seiner kleinen Tochter zum Namenstag geschenkt. Er hielt sie nicht nur groß in Ehren, sondern benutzte sie auch regelmäßig, nicht nur an seinem Namenstag, dem 3. November, dem Festtag des Hl. Hubertus. Sie überstand die Bombenangriffe während des Zweiten Weltkrieges und zog dann mit ihm um in die neue Wohnung meiner Eltern. Auch dort war sie wie immer seine Frühstückstasse. Für mich als kleines Kind war das Größte mit ihm zu frühstücken. Das Beste daran war natürlich das Verwöhnen durch Opa. Da er die Kruste des Brotes nicht mehr beißen konnte, schnitt er sie ab und weichte sie im Kaffee auf – natürlich in dieser Tasse. Und die Kruste von meinem Brot schnitt er auch ab und weichte sie mir in seiner Tasse auf. Das was Opa aß schmeckte auch viel besser als das was man selber bekam. Mutter sah das natürlich anders, ich sollte ja ordentlich kauen, mit den jungen, kräftigen Zähnen.
Mit dieser Tasse sind für mich viele schöne Erinnerungen verbunden und heute steht sie auf einem Ehrenplatz bei mir in der Küche.
Sophie

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