Der barmherzige Samariter

Im August war in der Festwoche des Hl. Rochus unsere alte Pfarrkirche jeden Tag einige Stunden geöffnet. Anlass war eine Ausstellung zu Gründung Pfarrei vor 125 Jahren. Meine Schwester und ich haben als spirituellen Impuls jeden Tag unter eine Seligpreisung gestellt. Am Festtag des Hl Rochus, 16. August, haben wir uns passend zum Leben des Heiligen für „Selig, sind die Barmherzigen“ entschieden. Da heute das Evangelium vom barmherzigen Samariter gelesen wird, hier unsere Gedanken dazu, die wir für die Impulsandacht im August niedergeschrieben hatten.

Auf die Frage: „Wer möchtest Du sein: der Priester, der Levit oder der Samariter?“ fällt uns die Antwort sicher leicht: der Samariter. Das Richtige tun, der Gute sein – das möchten wir gern. Auf die Frage „Wem bist Du ähnlich: dem Priester, dem Levit oder dem Samariter?“ fällt die Antwort schon anders aus. Die ehrlichste Antwort ist wohl: Ich bin alle drei. Warum wir wie der Samariter handeln, also uns selbstlos eines anderen Menschen annehmen, der Hilfe benötigt, ist leicht zu erklären. Das gebietet der christliche Glaube oder für die, die nicht gläubig sind, ist es eine Frage der Menschlichkeit. Aber die Frage, warum wir manchmal auch wie der Priester und der Levit handeln, ist schwieriger zu beantworten. Schnell liegen zwar ein paar Sätze parat: Ich habe keine Zeit. – Ich habe eine andere Verpflichtung. – Andere können besser helfen, weil sie dafür ausgebildet sind. – und so weiter. Aber was wäre eine ehrliche Antwort? Vielleicht: Ich habe Angst. – Ich fühle mich überfordert. – Ich kann den Anblick nicht ertragen. – Ich ekle mich.
Der junge Mann aus Montpellier in Frankreich mit Namen Rochus traf auf seiner Pilgerreise nach Rom auf Pestkranke. Er nahm sich ihrer an und setzte sich damit der Gefahr der Erkrankung aus. Als er auf seiner Rückreise schließlich selbst an der Pest litt, war kein Mensch da, der ihn pflegte, doch die Legende berichtet, dass ein Hund sich um ihn gekümmert und ihm Brot gebracht habe.

 

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