Montagsimpuls – Maria von Guadalupe

Maria, die Mutter Jesu, ist für mich eine ganz besondere Frau, die Vorbild im Glauben ist. Mit den meisten Mariendarstellungen kann ich allerdings wenig anfangen. Von „Himmelskönigin“ über „Reine Magd“ bis „Mutter der Barmherzigkeit“ sind sie für mich zu sehr geprägt von einem weiblichen Rollenbild, das mit der Lebenswirklichkeit der meisten Frauen wenig bis gar nichts gemein hat.
Auch zu dem Bild der Maria von Guadalupe habe ich bisher keine Verbindung aufbauen können. Dies ändert sich allerdings langsam. Kürzlich las ich in einem Beitrag von Cläre Hillermann folgendes: „Südamerikaner vertrauen bis heute auf die Solidarität der Maria. […] Sie steht mit ihnen auf für Frieden und Gerechtigkeit, gegen ungerechte Regierungen und Verhältnisse.“ [1]
Das ist die
Maria des Magnifikat, die Maria, die singt: „Er stürzt die Mächtigen vom Thron und erhöht die Niedrigen. Die Hungernden beschenkt er mit seinen Gaben und lässt die Reichen leer ausgehen.“
Unter diesem Aspekt will ich am Festtag von Guadalupe, dem 12. Dezember, das Bild und die Geschichte dazu noch einmal betrachten.

[1] Cläre Hillermann, Maria in tausend Bildern, in: Hirschberg 11/2018, S. 671.

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Montagsimpuls – Erste Adventwoche

Im Advent klingt ein Satz aus dem Lobgesang des Zacharias immer ganz besonders in mir nach:
„Durch die barmherzige Liebe unseres Gottes wird uns besuchen das aufstrahlende Licht aus der Höhe“.
Welche Zuversicht und welche tiefe Beziehung spricht aus diesen Zeilen! Nur wer etwas von der Liebe Gottes verspürt hat, wird das sagen und dann fortfahren können:
„um allen zu leuchten, die in Finsternis sitzen und im Schatten des Todes, und unsre Schritte zu lenken auf den Weg des Friedens.“
Es sind nur zwei Zeilen eines Gebetes, das die Kirche jeden Morgen betet. Besonders zu
Beginn der Adventzeit lohnt es, über sie nachzudenken, darüber ob ich die barmherzige Liebe Gottes verspüre und ob ich meine Schritte auf dem Weg des Friedens lenken lasse.

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Montagsimpuls – Zwischen den Jahren

„Zwischen den Jahren“ so wird die Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr genannt. Aber irgndwie fühlt sich die Zeit zwischen dem Christkönigfest, also dem letzten Sonntag des Kirchenjahres, und dem 1. Advent für mich ebenso an. „Zwischen den Jahren“ lässt man alles etwas ruhiger angehen und nimmt sich Zeit zum Nachdenken. Es ist einen Versuch wert, nun diese Tage zwischen dem letzten Sonntag des Kirchenjahres und dem 1. Sonntag des Advent auch so zu verbringen – ruhig und mit Zeit zum Innehalten.

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Montagsimpuls – Martin, Nikolaus & wer noch?

Martin, Barbara, Nikolaus und Luzia – das sind die sehr bekannten Heiligen, deren Fest bis Weihnachten gefeiert wird. Doch es gibt sicher noch viele andere Persönlichkeiten zu entdecken, an die die Kirche in diesen Wochen erinnert. Wie haben sie ihren Glauben gelebt? Welche Herausforderungen mussten sie annehmen? Welche Botschaft wollten nachfolgende Generationen vermitteln, wenn sie bestimmte Geschichten weitererzählten?
Ein erster Blick in den Heiligenkalender zeigt, dass es spannend wird: 4. Dezember – Barbara, aber auch Adolph Kolping und 6. Dezember – Nikolaus, aber auch
Joseph Nguyen Duy Khang. Wen ich wohl noch alles kennenlerne werde?

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Welttag der Armen – Armut hat viele Gesichter: Obdachlosigkeit

Im Jugendhaus Düssseldorf fand am 15. November 2018 eine Wort-Gottes-Feier zum Welttag der Armen statt, der auch Teil der internationalen Gebetsbrücke war. Da in direkter Nachbarschaft am gleichen Tag franzfreunde eine Notschalfstelle für obdachlose Männer und Frauen eröffneten, stand Obdachlosigkeit im Mittelpunkt des Gottesdienstes. Hier der Impuls aus dem Gottesdienst.

Foto: Jugendhaus Düsseldorf

Ein Schlafsack, ein Beutel mit Habseligkeiten, ein Pappbecher – das ist uns von der Straße her bekannt. Manchmal geben wir etwas Geld in den Becher, manchmal schauen wir aber auch weg, denn die Armut auf der Straße ist kein schöner Anblick und – manchmal stinkt sie auch. Dann sehen wir den Menschen nicht mehr, nehmen ihn nicht wahr und eilen weiter.

Ein Schlafsack, ein Beutel mit Habseligkeiten, ein Pappbecher – und hier auch dabei das Kind in der Krippe. Gott ist Mensch geworden – verletzlich und schutzbedürftig, sichtbar als Kind. Gott wurde Mensch, weil er den Menschen liebt. Er erfuhr am eigenen Leib, was es heißt, ein Mensch zu sein: fröhlich und traurig, hungrig und satt, gesund und krank, umgeben von Freunden und einsam.

Weil Gott Mensch wurde, weil der Mensch ihm so wichtig ist, so wertvoll, kann ich an diesen Menschen nicht einfach achtlos vorbeigehen, auch wenn es manchmal schwerfällt. Wir beide sind von ihm geliebt und das verbindet uns, auch wenn wir sonst wenig oder sogar nichts gemeinsam haben.

Ein Schlafsack, ein Beutel mit Habseligkeiten, ein Pappbecher – und ein Kind aus der Krippe, das uns manchmal auch mit trüben Alkoholaugen aus einem Schmutz starrenden Gesicht anschaut.
Maria Wego

 

 

Welttag der Armen – Messe in Düsseldorf

Am Sonntag, 18. November 2018, wird von der katholischen Kirche weltweit der 2. Welttag der Armen begangen. Die SVD-Partner (Laiengemeinschaft der Steyler Missionare) und die Steyler Missionare laden um 10.30 Uhr zu einer Hl. Messe in die Basilka St. Lambertus in Düsseldorf ein. Die Messe wird auch teil der internationalen Gebetsbrücke zum Welttag der Armen sein.
Herzliche Einladung an alle!

 

Montagsimpuls – Ob Herr Gellert schon im Gefängnis war?

Kürzlich wurde in den Medien darüber berichtet, dass Schlafen auf der Straße in Ungarn seit diesem Herbst eine Straftat ist. Wer kein Dach über dem Kopf und keinen Platz in einer der wenigen Notschlafstellen bekommen hat, der kann nun von der Polizei verhaftet und dem Richter vorgeführt werden. Ich habe mich nicht nur gefragt, welchen Blick auf den Menschen die Verantwortlichen im Parlament haben, sondern ich habe auch direkt an Herrn Gellert gedacht.
Nun, er heißt nicht Gellert. Ich kenne seinen Namen nicht. Aber er saß in diesem Sommer, als ich Budapest besuchte, mit seinem Kumpel am Fuße des Gellertberges und bettelte. Deshalb nenne ich ihn also Herrn Gellert.
Mein Mann und ich haben ihn und seinen Kumpel in der Hitze sitzen sehen und ihnen einige Forint gegeben. Herr Gellert freute sich sichtlich und fragte meinen Mann, woher er komme. Als er hörte, dass er aus Griechenland sei, lächelte er und antwortete fröhlich „Kalimera!“.
Ich wünsche Herrn Gellert – und allen anderen – von Herzen, dass er einen Platz gefunden hat, der ihn vor dem Gefängnis bewahrt!

Übrigens: Am Sonntag, 18. November, ist der Welttag der Armen, und Menschen wie Herrn Gellert, die sich über ein paar Münzen freuen, gibt es auch in vielen anderen Städten.

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Montagsimpuls – Trübe Stimmung – warum?

Auch das ist Kunst, ist Gottes Gabe,
aus ein paar sonnenhellen Tagen
sich so viel Licht ins Herz zu tragen,
dass, wenn der Sommer längst verweht,
das Leuchten immer noch besteht.
Johann Wolfgang von Goethe

Nun wo die dunklere Jahreszeit beginnt, hört man wieder das jährliche Jammern,
dass es ja so dunkel ist, dass man das ja nicht aushält, dass man, wenn man nur dann November und Dezember denkt, depressiv wird, dass man unbedingt in den Süden muss, um den Winter zu überstehen und, und, und
So schlimm sind sie wirklich nicht – November und Dezember. Es ist die Zeit der Kerzen, der Lichtdekorationen. Wie sähe der Martinszug aus, ohne Laternen? Wäre die Stimmung auf dem Weihnachtsmarkt, an Weihnachten so wie wir sie lieben, wenn es bis spät am Abend hell wäre? Ich denke nicht. Wenn wir diese schönen Elemente des Winters genießen und an die dunkleren Monate mit einer positiven Einstellung herangehen, sind sie gut zu ertragen. Und für die Dinge für die wir viel Licht benötigen, haben wir die Hilfe der Technik.
Bewahren wir uns das Licht des Sommers im Herzen für die kommenden Monate bis es wiederkommt im Frühling und Sommer.

Danke für diesen Gastbeitrag!

Montagsimpuls – Grabsteine

Gleich am zweiten Tag des November gedenkt die katholische Kirche der Verstorbenen (Allerseelen). Damit ist es auch die Zeit, in der in den Zeitungen viel über Friedhöfe und Totengedenken berichtet wird. Einer dieser Artikel, den ich kürzlich las, berichtete über einen Steinmetz, der den „Tag des Grabsteins“ ausgerufen hat. Mir fielen die Grabsteine auf alten Friedhöfen ein, die außer Namen und Geburts- und Sterbejahr auch noch mehr über den Toten berichten. Oft wird der Beruf erwähnt, die Anzahl der Kinder und die Art des Todes. Es war den Hinterbliebenen offenbar wichtig, dass diese Informationen auch später noch bekannt sind.
Was sagen Grabsteine heute über den Menschen aus, der dort bestattet wurde? Haben sie eine Botschaft? Und wenn ja, gäbe es eine, die ich auf meinen Grabstein schreiben lassen könnte und der ich in meinem Leben gerecht geworden bin?

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Montagsimpuls – Evanglienkreuz III

Bevor das Evangelium verlesen wird, zeichnen katholische Christ*innen mit dem Daumen je ein kleines Kreuz auf die Stirn, auf den Mund und über dem Herzen. Sie werden kleines Kreuzzeichen oder Evangelienkreuz genannt. Dabei wird ein kurzes Gebet gesprochen, mit dem die Christ*innen darum bitten, dass sie das Evangelium verstehen werden (Stirn), dass sie es verkünden können (Mund) und dass sie es im Herzen bewahren werden (Herz). Der Oktober ist der Monat der Mission und der Anlass in den folgenden Wochen über diese Evangelienkreuze nachzudenken.

Evangelienkreuz – Das Kreuz über dem Herzen
„Im Herzen bewahren“ – Als Kind bedeutete das für mich vor allem, dass ich die Geschichten aus der Bibel nicht vergaß. Sie zu behalten fiel mir wiederum nicht schwer, habe ich doch oft in einer Bilderbibel geblättert, so dass ich die geschriebene Geschichte immer auch mit eindrücklichen Bildern verbinden konnte. Dazu kommt, dass auch in unserer Alltagssprache mancher Satz aus der Bibel eine bekannte Redewendungen ist. „Im Herzen bewahren“ ist also eine leichte Übung. Ist es das?
Ich denke, nein. Denn „
im Herzen bewahren“ ist mehr als sich an die Geschichte erinnern, sie zur rechten Zeit erzählen oder auszugsweise zitieren zu können. Worte, die im Herzen bewahrt werden können, müssen dort auch verstanden worden sein. Hier werden sie vielmehr gefühlt als verstanden. Dann, so ist es meine Erfahrung, erzeugen sie in mir einen ganz bestimmten Klang, schwingen mal laut und mal leise, aber immer eindringlich. Sie sind zu spüren, wandeln sich manchmal wieder zurück in die Worte, die auch der Verstand versteht. Wenn das geschieht, ist handeln nach der Frohen Botschaft möglich – oft ohne jedes zusätzlich gesprochene Wort.

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